Projekt Haus Teil 2: Grundstück gefunden! Und jetzt?

Grundstück

Unser Grundstück hatten wir ja bereits vor einigen Wochen gefunden und mit den Besitzern und deren Makler Kontakt aufgenommen. Aber nur, weil man sich für ein Grundstück entschieden hat, heiß das noch lange nicht, dass man es auch kaufen kann/darf. Was man alles beachten muss? Vieles! Wir haben unser Grundstück immer noch nicht zu 100% gekauft. In diesem Beitrag will ich Euch erzählen, welche Steine wir aus dem Weg räumen mussten, um unserem Traum vom Haus ein Stück näher zu kommen.

Erschlossen – Teilerschlossen – nicht erschlossen

Über diese Begriffe werden Ihr stolpern, wenn Ihr nach Grundstücken ausschau haltet. Auch ich wusste nicht, was diese Begriffe genau bedeuten. Damit beschäftigt man sich dann doch erst, wenn man ein Grundstück näher in Betracht zieht. Aber diese Begriffe beschreiben nicht nur den Zustand des Grundstücks, sondern sind auch ein Indiz dafür, wie viel Geld Ihr eventuell noch für das Grundstück, zusätzlich zum Kaufpreis, investieren müsst.

erschlossen

Ein erschlossenes Grundstück ist ein Baugrundstück, welches alle Voraussetzungen für den Bau eines Hauses mitbringt. Dies bedeutet, dass an der Grundstücksgrenze zur Straße hin, alle wichtigen Leitungen (Telefon, Strom, Wasser etc.) bereits vorhanden sind. So hat man ab Baubeginn die Möglichkeit Baustrom und Bauwasser direkt anzuschließen. Hier zahlt man lediglich die Kosten, um das fertige Haus an diese Anschlüsse anzuschließen.

teilerschlossen

Teilerschlossen heißt, dass eventuell nur gewisse Anschlüsse in der Straße vorhanden sind. Für die vollständige Erschließung müssen die anderen Anschlüsse noch verlegt werden. Dies zahlt der Grundstückskäufer. Diese Kosten sollten in Eure Bauplanung mit einkalkuliert werden. In unserem Fall war unser Grundstück aufgrund der vielen Bäume nur teilerschlossen. Für die Stadt konnte dieses Grundstück nur zu Bauland werden, wenn wir die Bäume, die auf dem Grundstück stehen entfernen lassen. Ein Grund hier war, dass die Feuerwehr aufgrund der Bäume nicht dicht genug ans Haus herankommen würde.

nicht erschlossen

Ein Grundstück, welches nicht erschlossen ist, ist nicht automatisch ein Baugrundstück. Die Erschließung des Grundstückes ist notwendig, damit das Rohland zu Bauland wird. Wenn Ihr ein nicht erschlossenes Grundstück kauft, müsst Ihr die vollen Erschließungskosten zahlen.

Grundstück gefunden – und jetzt?

Bevor wir uns für das Grundstück final entschieden haben, war unser Bauberater bei der Stadt. Dort hat er zum einen geklärt, dass wir die Bäume wirklich zu 100% entfernen lassen dürfen und zu anderen unsere grobe Vorstellung von unserem Haus dargelegt. Auf unserem Grundstück haben wir das Glück, dass es kein Baufenster gibt. Das Baufenster besagt nämlich, wie und wo das Haus auf dem Grundstück platziert werden darf. Da dieses bei uns jedoch nicht existiert, sind wir in unserer Planung etwas freier gewesen, als andere Bauherren.

Grundstück

Nachdem wir die finale Zusage von der Stadt hatten, dass die Bäume gefällt werden durften, muss man sich um die Finanzierung bei der Bank kümmern. Ich sage Euch eins – wir waren froh, dass wir einen Profi an unserer Seite hatten, der die ganzen Unterlagen für uns ausgefüllt hat. Es ist als Neuling in der Baubranche unmöglich diesen Papierkram selber in einer angemessenen Zeit auszufüllen und bei der Bank einzureichen.

Die Zeit des Wartens mit sinnvollen Dingen überbrücken

Bis die Banken sich zurück melden, können ein paar Wochen vergehen. In der Zeit waren wir jedoch nicht untätig und haben mit unserem Bauberater weitere Dinge für das Haus geplant. So ging es zum Beispiel um die Zimmer Aufteilung im Unter- und Obergeschoss, die Dachneigung, die Fensteranzahl und den Kniestock. Zum anderen haben wir das Haus grob auf dem Grundstück platziert. Hier mussten wir an unsere Photovoltaik-Anlage auf dem Dach denken, damit diese die optimale Licht- und Sonnenstrahlung abbekommt.

Da wir uns ziemlich sicher waren, dass bei der Bank alles funktionieren wird, haben wir uns bereits Angebote von Baumfällern eingeholt.

Das »Go« von der Bank und ab zum Notar

Als wir die positive Nachricht von der Bank bekommen hatten, konnten wir mit den bisherigen Eigentümer einen Termin beim Notar vereinbaren. Dies ist von Nöten, da Ihr als neuer Besitzer im Grundbuch eingetragen werden müsst. Der Termin beim Notar ist recht langweilig. Der Notar ist nämlich dazu verpflichtet den kompletten Kaufvertrag vorzulesen. Danach dürft Ihr unterschreiben. Damit ist der Kauf des Grundstücks zwar notariell beglaubigt, jedoch gehört Euch das Grundstück noch nicht. Dies geschieht erst, wenn Ihr den Verkäufern das Geld überweist und diese dem Notar den Eingang des Geldes bestätigen. Durch Hypotheken die noch auf unserem Grundstück von den Vorbesitzern liegen, dauert dieser Prozess bei uns noch 4-6 Wochen. Erst dann können wir das Grundstück wirklich unser eigen nennen.

Grundstück

Auch hier haben wir die Zeit wieder sinnvoll genutzt und unseren Grundriss mit einem Architekten abgestimmt. Hier und da wurde wegen der Statik noch eine Wand verschoben, dass ein oder andere Fenster doch in ein bodentiefes Fenster umgewandelt, und die Bäder zusammen mit den Sanitäranlagen geplant. Damit der Architekt den Bauantrag bei der Stadt einreichen kann, muss jedoch ein Vermesser- und Hydrologengutachten beantragt werden. Diese bestimmen zum Beispiel die Bodenbeschaffenheit und den Grundwasserspiegel, da wir das Regenwasser aktiv von unserem Grundstück wegleiten müssen.

Wie Ihr seht, dauert die ganze Planungsphase im Vorfeld ganz schön lange. Damit erklärt sich auch, warum man sein Fertighaus ab Kaufdatum ungefähr in 12 Monaten erwarten kann. Bis der fertige Bauantrag nämlich eingereicht werden kann, vergehen ab jetzt bestimmt auch nochmal 6-8 Wochen. Und bewilligen Bauantrag dürfen wir natürlich nicht mit dem Bau unseres Hauses anfangen.

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