Unser neues Familienmitglied Tamy

Tamy

Wie einige von Euch vielleicht schon mit bekommen haben, hat sich unsere kleine Familie etwas vergrößert. Und zwar um einen vierbeinigen Freund. Unsere kleine Tamy lebt nun seit ein paar Wochen bei uns. Ich möchte Euch gerne erzählen wie wir die kleine Tamy gefunden haben, denn mit ihrem Schicksal ist sie nicht die einzige in unserer Welt. 

Seitdem ich mit meinem Mann zusammen lebe, war für uns klar, dass wir uns früher oder später einen Hund wünschen. Bei mir besteht der Wunsch seit dem ich eigentlich denken kann und bin nun richtig glücklich, dass Tamy bei uns eingezogen ist. Wir haben zuvor lange überlegt, was der »richtige« Zeitpunkt wäre. Vor oder nach der Familienplanung? Wollen wir warten bis unser Haus mit Garten fertig ist? Können wir unsere Arbeitszeiten so anpassen, dass wir einem Hund überhaupt gerecht werden können? 

Tamy

Nicht all unsere Fragen konnten wir uns eindeutig beantworten, aber als Fazit konnten wir mitnehmen, dass wir unser Leben so organisieren können, dass wir einem Hund gerecht werden können. Und was gibt es schöneres für Kinder mit Tieren aufwachsen zu können? Ich finde es gut, wenn Kinder schon früh lernen, Verantwortung zu übernehmen und so z.B. ganz bestimmte Aufgaben für das Tier übernehmen und dafür auch verantwortlich sind. Natürlich sollte man hier immer im Hinterkopf behalten, dass man das Tier nicht für das Kind kauft, sondern es ein Familienmitglied ist, bei dem alle – und vor allem die Erwachsenen – Verantwortung übernehmen müssen. 

Welpe oder ausgewachsen?

Eigentlich stand diese Frage nicht lange im Raum. Natürlich sind Welpen süß, aber sie brauchen auch viel Aufmerksamkeit und Pflege. Da dies unser erster Hund in der Familie ist, haben wir uns mit unseren Grundkenntnissen zum Thema Hund eindeutig für einen ausgewachsenen Hund entschieden. Anfang des Jahres haben wir also angefangen zu suchen. Zunächst habe ich alle lokalen Tierheime in Internet durchforstet. Natürlich gibt es hier eine Menge Hunde, die von ihren vorherigen Besitzern aus den unglaublichsten Gründen einfach abgegeben wurden. Auch wenn ich gerne allen Tieren in Not helfen würde, hatten wir uns für unseren Hund schon ein paar Kriterien überlegt, damit wir auch auf lange Sicht ein gutes Team werden würden. 

Ich wünsche mir… 

Ja, was sollte das neue Familienmitglied für Charakterzüge haben? Ganz wichtig und an aller erster Stelle stand für uns, dass unser Hund kinderfreundlich ist, und Kinder in seine Umgebung akzeptiert. Gerade wenn schon Kinder im Haushalt wohnen, und in Zukunft noch weitere dazu kommen sollen, war uns dies ganz wichtig. 

Tamy

Und dann hatten wir uns eine kleine Wunschliste ausgedacht. Wenn diese Wünsche erfüllt werden könnten, wäre es natürlich perfekt. Wir hatten jedoch immer die Einstellung, dass es lediglich Wünsche sind und falls der ein oder andere Wunsch nicht erfüllt wird, dies kein Grund ist, um den Hund nicht kennen zu lernen. An dem gewünschten Verhalten kann man dann immer noch in einer Hundeschule arbeiten. Aber was stand auf unserer Wunschliste denn nun alles drauf?

  • stubenrein
  • nicht bissig
  • kann eventuell schon einige Grundkommandos
  • kein Jagdtrieb
  • nicht zu klein
  • sportlich
  • kastriert/sterilisiert
  • über 1 Jahr alt
  • kann wenige Stunden alleine bleiben
  • mag Autofahren  

Und wirklich niemals hätten wir gedacht, dass wir genau so einen Hund finden. 

Aus Tanni wird Tamy

Mit unserer Wunschliste haben wir angefangen im Internet zu suchen. Nachdem ich in den ersten Tierheimen nicht fündig wurde, haben wir uns dazu entschlossen bei Vereinen zu schauen, die Tiere aus dem Ausland retten. Hier gibt es verdammt viele Hunde, die ein trauriges Schicksal haben und auf ein tolles neues zu Hause in Deutschland warten. Wir waren zunächst etwas skeptisch, denn gerade mit Kindern im Haushalt, wollten wir nicht die »Katze im Sack« kaufen. Kind und Hund sollten sich auf jedenfall vorher kennen lernen, damit wir uns auch sicher sein konnten, dass das Zusammenleben funktioniert. 

Natürlich kann man sich auch direkt für einen Hund entscheiden, der sich noch im Ausland befindet. Wir hatten aber für uns entschieden, dass der Hund bereits in Deutschland sein sollte, damit sein Charakter von erfahrenden Leuten eingeschätzt werden kann und man sich dem Hund langsam nähern kann. 

Tamy

Hier kann ich euch die Internetseite »Shelta« empfehlen. Hier kann man leicht nach einem für sich passenden Vierbeiner in der Wohnortumgebung suchen. Zudem werden verschiedene Tierschutzorganisationen genannt und mit ihren Webseiten verlinkt. 

Hier rüber bin ich auf die Tierschutzorganisation »Pfoten Hilfe ohne Grenzen e.V.« gestoßen. Hier kommen die Hunde aus Rumänien. Zunächst hatten wir uns für ein anderes Hundemädchen interessiert. Nach einem ersten Telefonat, wurde uns jedoch von diesem Hund als Ersthund abgeraten. Dafür hatten sie uns Tamy, die zu diesem Zeitpunkt jedoch noch Tanni hieß, empfohlen. Auf den ersten Bildern sagte die kleine Maus und direkt zu und so sind wir noch am selben Tag zu ihrer Pflegestelle gefahren. 

Das erste Kennenlernen 

Neben Tamy leben noch zwei eigene Hunde auf der Pflegestelle. Als wir klingelten wurden wir von allen drei lautstark begrüßt. Als wir den Flur betraten, hatte Tamy sich schon hinter die beiden größeren Hunde verkrümelt und bellte uns lautstark an. Klar, was fällt uns auch als Fremde ein, einfach so in ihr neues zu Hause zu kommen? Nachdem sie uns beschnuppern durfte und merkte, dass wir ihr nichts böses wollen, war das Eis direkt gebrochen und sie ließ sich von der Tochter meines Mannes und mir ordentlich durch kuscheln. 

Zu Hunden aus dem Ausland muss man wissen, dass sie meistens eine schnellere Bindung zu Kindern und Frauen aufbauen, als zu Männern. Mit Männern machen viele Hunde im Ausland auf der Straße und in den Auffangstationen viele schlechte Erfahrungen. Da kann man durchaus nachvollziehen, warum sie nicht gleich schwanzwedelnd auf fremde Menschen und vor allem Männer zugerannt kommen. 

Auch zu meinem Mann baute Tamy , nachdem sich ihre Aufregung gelegt hatte, schnell eine Bindung auf und so gingen wir eine Runde mit ihr Spazieren. Kind und Hund verstanden sich auf Anhieb und auch wir waren begeistert. Zu diesem Zeitpunkt stand unsere Entscheidung eigentlich schon fest. 

Tamy

Selbstauskunft, Vorabkontrolle und Mittelmeertest

Nachdem wir uns verabschiedet hatten und wieder zu Hause waren, mussten wir für den Tierschutzverein eine sogenannte Selbstauskunft ausfüllen. In diesem Dokument werden alle möglichen Fragen gestellt. Wie groß die Wohnung/Haus ist. Ob man zur Miete wohnt. Wie oft man gedenkt mit dem Hund raus zu gehen. Wie lange der Hund pro Tag alleine bleiben müsste. Und noch viele Fragen mehr. Damit soll zumindest kontrolliert werden, ob die Rahmenparameter stimmen, um einen Hund bei sich aufzunehmen. 

Werden die Angaben vom Tierschutzverein akzeptiert kommt eine Mitarbeiterin zu einem nach Hause. Hier hatten wir das Glück, dass es die Frau von der Pflegestelle von Tamy war. So konnte Tamy sich schon mal ihr vielleicht bald neues zu Hause anschauen. Als die beiden bei uns ankamen erkannte uns Tamy direkt wieder und erkundete unsere Wohnung neugierig und nahm auch gleich den Platz auf der Couch für sich in Beschlag. Da Tamy sich wohlzufühlen schien, war uns klar, dass Tamy bei uns einziehen würde. 

Bei den meisten Hunden aus dem Ausland macht man einen sogenannten Mittelmeertest, um gewisse Krankheiten ausschließen zu können, mit denen sich die Hunde infiziert haben könnten. Wenn Ihr dazu mehr erfahren wollt, kann ich Euch die Seite „“ empfehlen. Hier haben wir uns auch vorab über die möglichen Krankheiten und Auswirkungen informiert. Tamy hat jedoch das Glück, keiner dieser Krankheiten zu haben. 

Tamy’s Einzug

Ein paar Tage nach unserem Sommerurlaub durften wir Tamy von der Pflegestelle abholen. Natürlich durfte sie bei der ersten Fahrt mit uns vorne im Fußraum sitzen. Man hat ihr deutlich angesehen, dass sie nicht mit der Situation anfangen konnte und erst einmal froh war, als sie bei uns zu Hause das Auto wieder verlassen durfte.

Tamy
Daheim hat sie alles in Ruhe erkunden dürfen. Wir hatten uns vorgenommen, sie die ersten Stunden in Ruhe zu lassen, so dass sie ganz in Ruhe bei uns ankommen konnte. Daraus wurde aber nicht, denn als wir uns auf die Couch setzen kam sie direkt dazu und wollte gestreichelt werden. Als sie dann ihr Futter am Abend gefressen hatte wussten wir, dass sie gut bei uns angekommen ist und sich bei uns wohl zu fühlen scheint. 

Wie die ersten Wochen mit Tamy liefen werde ich Euch in einem weiteren Post erzählen.

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